Mittwoch, 12. März 2014



Ovids Narcissus
' . . . si se non noverit'





Narziss (griechisch Νάρκισσος, lateinisch. Narcissus) ist in der griechischen Mythologie der wunderschöne Sohn des Flussgottes Kephissos und der Nymphe Liriope, der sich in sein eigenes Spiegelbild verliebte.

Als Narkissos geboren wurde, sagte ihm der SeherTeiresias nur dann ein langes Leben voraus, sollte er sich nicht selbst erkennen („si se non noverit“).
 

Narcissus und Echo (3,339-349)
  Ille per Anoias fama celeberrimus urbes inreprehensa dabat populo responsa petenti;
prima fide vocisque ratae temptamina sumpsit caerula Liriope,quam quondam flumine curvo inplicuit clausaeque suis Cephisos in undis vim tulit: enixa est utero pulcherrima pleno infantem nymphe, iam tunc qui posset amari, Narcissumque vocat de quo consultus, an esset tempora maturae visurus longa sensctae, fatisdicus vates 'si se non noverit' inquit.

  Jener, gefeiert vom Ruf in allen aonischen Städten, gab dem fragenden Volk unfehlbar wahre Bescheide. Wie untrüglich sein Wort, das nahm zuerst die blaue Nymphe Liriope wahr. Einst in dem gewundenem Strome engte Kephisos sie ein, und als sie die Wellen umschlossen, übt' er Gewalt. Vo, befruchteten Schoß der schönsten der Nymphen wand sich ein Kind ans Licht, schon damals würdig der liebe und Narkissos genannt. Gefragt, ob diesem bestimmt sei einst an Jahren gereift langwährendes Alter zu schauen, sprach der schickslaskündende Seher: 'Wenn er sich selbst nicht kennt'.

Narcissus wurde sowohl von Jünglingen als auch von Mädchen umworben, war aber so sehr von seiner eigenen Schönheit erfüllt und wies all seine Verehrer und Verehrerinnen herzlos zurück. Diese Kränkung widerfuhr auch der Bergnymphe Echo und dem aufdringlichen Bewerber Ameinios, dem Narkissos ein Schwert zukommen ließ. Zwar brachte sich Ameinios noch auf der Türschwelle mit dem erhaltenen Schwert um, nicht aber ohne zuvor die Götter anzurufen, seinen Tod zu rächen. Nemesis (nach anderen Quellen Artemis) hörte die Bitte und strafte Narzissos mit unstillbarer Selbstliebe: Als er sich in der unberührten Natur bei einer Wasserquelle niederließ, verliebte er sich in sein eigenes Spiegelbild.

Ovid erzählt weiter: Narcissus erkannte die Unerfüllbarkeit seiner Liebe, ohne dass es ihm etwas nützte: Er verzehrte sich und verschmachtete vor seinem Ebenbild bis zum Tod. Seine letzten Worte wiederholte Echo: "Ach, du hoffnungslos geliebter Knabe, lebe wohl!" Statt seines Leichnams fanden die Dryaden, die Baumeister der griechischen Mythologie, eine Narzisse.



 
Pausanias (griechischer Historiker 115 - 180 n.Chr.) überliefert: Eines Tages setzte sich Narkissos an den See, um sich seines Spiegelbildes zu erfreuen, woraufhin durch göttliche Fügung ein Blatt ins Wasser fiel und so durch die erzeugten Wellen sein Spiegelbild trübte – schockiert von der vermeintlichen Erkenntnis, er sei hässlich, starb er. Nach seinem Tode wurde er in eine Narzisse verwandelt.

Eine weitere Version berichtet: Narziss verliebt sich in sein Spiegelbild; nicht erkennend, dass es sein eigenes ist, will er sich mit diesem Spiegelbild vereinigen und ertrinkt.

 

















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